KommFrei e.V. Großkommune Gründungsgruppe

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Inhaltsfreies Layoutbildchen Eckpfeiler der Gruppe

Zu den wichtigen Entscheidungen unsere Gruppe gehören die folgenden Eckpfeiler. Wir arbeiten daran, unsere Vorstellungen zu konkretisieren und weitere Eckpfeiler hinzuzufügen.

Konsensprinzip

Konsens bedeutet, einvernehmliche Lösungen zu finden, die von allen getragen werden können. Für uns ist es wichtig, Gemeinschaft zu leben, wo Entscheidungen auf allen Ebenen ( z.B. WGs, Arbeitsbereiche, Gesamtgruppe) im Konsens getroffen werden. Das heißt für uns auch, dass wir in allen Bereichen selbst bestimmt zusammenarbeiten und über alle Modalitäten der Arbeit gleichberechtigt bestimmen.

Miteinander Leben

Andere mit dem Herzen sehen

Eine wichtige Rolle im Gemeinschaftsleben spielt für uns das zwischenmenschliche Miteinander.

Schon jetzt in der Gründungszeit verbindet uns ein achtsamer, offener, vertrauensvoller Umgang, sowie der Mut, unseren Freuden und Ängsten einen Raum zu geben. Wir üben uns immer wieder darin, Konflikte konstruktiv anzugehen und diese als Chance für die Arbeit an uns selber zu begreifen - Herzenswärme und gegenseitige Wertschätzung helfen uns dabei. Das alles hört sich sehr groß an, aber wir akzeptieren auch unsere Unvollkommenheit und freuen uns auf die weitere gemeinsame Entwicklung.

Wir alle möchten in und mit der Natur leben und trotzdem kein Inseldasein führen.

Wir sehen in dem solidarischen Zusammenleben, welches wir anstreben, eine verbindliche Zukunftsperspektive.

Wir teilen eine Weltanschauung, die darauf beruht, dass das Leben aus mehr besteht als dem, was zu sehen und zu hören ist und wir beziehen diese, real oft nicht fassbaren Kräfte in unser Leben mit ein.

Arbeit

Arbeit ist eine sinnvolle, zielgerichtete Tätigkeit, die der/dem Einzelnen und/oder der Gemeinschaft nützt. Alle Tätigkeiten sind für uns gleichwertig. Alle Einzelnen können sich im Rahmen des Kommunebedürfnisses entscheiden, wie viel Zeit sie einbringen können und möchten.

Uns ist bewusst, dass wir das richtige Maß der Bedürfnisse des Einzelnen und der Gruppe noch finden müssen.

Wir wollen in Kollektiven gemeinsam arbeiten.

Ökologie

Wir versuchen, im Einklang mit der Natur zu leben und verstehen uns als Teil der Natur.

Wir streben eine Ressourcen schonende Lebensweise an. Unser ökologischer Anspruch äußert sich z.B. in:

Ø    Selbstversorgung & Nutzung regionaler Produkte aus ökologischem Anbau und ökologischer Fertigung haben Vorrang.

Ø    Eigene Energieversorgung soweit wie möglich, und bewusster Umgang mit Energieverbrauch und dessen Reduzierung (incl. Verkehr & Transport)

Ø     Wir sind uns bewußt, dass eine ökologische Lebensweise immer nur eine Annäherung an ein Ideal sein kann. Daher wollen wir von den Erfahrungen anderer lernen und unsere Erfahrungen an andere weitergeben. Wir vertrauen darauf, dass mit wachsender Erkenntnis über die ökologischen Zusammenhänge unser verantwortungsvoller Umgang mit der Erde wächst.

GEMÖK

GEMeinsameÖKonomie

Innerhalb unserer Gruppe wollen wir unseren Lebensunterhalt gemeinsam finanzieren. Das heißt, alle laufenden Einnahmen werden dazu benutzt, die gemeinsamen und die individuellen Bedürfnisse zu befriedigen.

Wir wissen, dass damit das Geld zu einem verbindenden Faktor wird, anstelle – wie sonst üblich – eher einen trennenden Tatbestand zwischen Menschen schafft.

Wir sind gefordert, unsere eigenen Bedürfnisse zu hinterfragen, sie aber auch ggf. zu vertreten. Und wir werden lernen, auch die Bedürfnisse der anderen zu verstehen, zu akzeptieren, oder auch ggf. „Nein“ zu Bedürfnissen zu sagen.

Die gemeinsame Verantwortung für das finanzielle Auskommen wird uns immer wieder viele Diskussionen bescheren. Sie wird uns aber auch verbinden und uns ein intensiveres gegenseitiges Verständnis ermöglichen. Nicht zuletzt entlastet die GemÖk jedeN einzelneN von der alleinigen wirtschaftlichen Verantwortung für sich. Sie kann uns zu Lösungen führen, die uns als einzeln wirtschaftenden Menschen oft nicht einfallen oder nicht zur Verfügung stehen.

Wie wir mit dem Einbringen des Vermögens Einzelner umgehen wollen, ist in der folgenden Grafik dargestellt.

Dein Kapital 100%
Bei Eintritt min 25%
als
Schenkung
der Rest steht der Kommune als zinsloses Darlehen zur Verfügung und max. 25%
kann
eingefroren werden
0-10 Jahre

wird während 10 Jahren in gleichen Teilen umverteilt max.10 Jahre
10- 20 Jahre

    nach spätestens 10 Jahren wird auch dieses Kapital als zinsloses Darlehen eingebracht und während 10 Jahren in gleichen Teilen umverteilt
Nach 20 Jahren ist das Kapital Umverteilt
50% Vermögensökonomie
50% Ausstiegsfonds

Erläuterung zur Grafik:

Den Zeitraum über 20 Jahre und die Aufteilung des Vermögens in die einzelnen Bestandteile (Schenkung, zinsloses Darlehen, Eingefroren) haben wir gewählt, um jeder und jedem Zeit zu lassen, das Gefühl der Sicherheit, das man oft mit Geld verbindet, in der Gemeinschaft zu finden

Mindestens 25% des gesamten
Vermögens wird der Kommune
sofort bei Eintritt als Schenkung zur
Verfügung gestellt.

Maximal 25% des gesamten
Vermögens können 10 Jahre lang
unangetastet in persönlichem Besitz
verbleiben, danach werden sie der
Kommune als zinsloses Darlehen
zur Verfügung gestellt und innerhalb
von 10 Jahren umverteilt.

Der Rest wird der Kommune sofort
bei Eintritt als zinsloses Darlehen
zur Verfügung gestellt und innerhalb
von 10 Jahren umverteilt.

Die Grafik betrifft nur das verfügbare Kapital. Bestehende Festlegungen (zurückfließende Kredite, Anlagen) müssen individuell beurteilt und an diesem Modell orientiert behandelt werden.
Die Zeiträume zur Umverteilung der Vermögen sind die maximal möglichen.
Kürzere Zeiten sind möglich, wenn das Vertrauen z.B. schon nach 5 Jahren gewachsen ist.
Andere Regelungen für Einstiegsverträge sind möglich.
Alle Einstiegsverträge müssen im Konsens angenommen werden.

Grund und Boden, die Gebäude und die Produktionsmittel werden selbstverständlich uns allen gehören.

Erläuterungen

Eingefrorenes Kapital:

Kapital, welches persönliches Eigentum bleibt und über das während der Kommune-Mitgliedszeit nicht verfügt werden darf. Gewinne daraus, die den Erhalt des Kapitalwertes übersteigen, fließen über die Alltagsökonomie in die Kommune ein. Besonderheiten der Zugriffsmöglichkeit müssen geklärt werden (z.B. Unterhaltszahlungen aus Vorkommunezeit, Spenden), und Modalitäten bezüglich Werterhalt und entstehende Kommunekosten.

Umverteilung:

Die Rückzahlungen der zinslosen Kredite der Kommunemitglieder fließen nicht als persönliches Einkommen in die Alltagsökonomie, sondern in das gemeinsame Investitionskapital und den Ausstiegsfonds, wodurch eine zeitlich festgelegte Umverteilung des Vermögens erreicht wird. Genau festgelegt werden müssen die Zeitpunkte der Umverteilung (Jahresanfang/-ende?), und die entsprechende Auszahlung im Ausstiegsfall.


Ausstiegsfonds:

Jedes Kommunemitglied formuliert schriftlich beim Einstieg seinen bedürfnisorientierten Ausstiegsvertrag. Dieser muß im Konsens angenommen werden.

Altenfonds:

Spätestens 10 Jahre nach ihrer Gründung !
bildet die Kommune einen Altenfonds, in dem Kapital zur Altersversorgung eingezahlt wird.

Kinderfonds:

Spätestens 10 Jahre nach ihrer Gründung !
bildet die Kommune einen Kinderfonds, in dem Kapital z.B. für Ausbildungen eingezahlt wird.

Beschluss zu staatlichen Geldern

Zur gemeinsamen Ökonomie gehört für  uns auch der Umgang mit staatlichen Geldern und Förderungen.
Wir haben dazu folgenden Beschluss gefaßt:

Ø    Wir nehmen alle staatliche Förderung und Unterstützung in Anspruch von der wir denken, dass sie uns mehr hilft als schadet.

Ø    Die Gesamtförderung sollte 30% der Einnahmen nicht überschreiten.

Wir sehen keinen Vorteil im generellen Verzicht auf Förderung. Daher sind wir generell bereit, staatliche Gelder anzunehmen, wenn sie unseren Vorstellungen nicht widersprechen. Allerdings wollen wir verhindern, dass die Kommune zu abhängig von staatlichen Geldern wird, so dass deren Wegfall das Projekt gefährden würde, von daher halten wir eine Obergrenze für angebracht.

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   Letzte Aktualisierung: 15.02.05  HP:www.kommfrei.de  email: KommFrei@gmx.de